Ferstel - Palais, Palais.

Palais Ferstel
1856—60
Heinrich von Ferstel

Als das Nationalbankgebäude in der Her­rengasse 17 zu klein wurde, erwarb man das barocke Palais Abensberg-Traun und brach es ab. Der Neubau soll­te neben Bank und Börse auch einen „Bazar“ und ein Café aufnehmen.

Den Wettbewerb gewann der 27jährige Heinrich von Ferstel. Er kombinierte italienische Einflüsse mit Eisenträgern und einer Glaskuppel über dem Donau­nixen-Brunnen von Anton Fernkorn. Eine Treppenhalle erschloss den Bör­sen­saal. Außen wurde der Bau mit St. Mar­ga­rethener Kalksandstein ver­klei­det. Prächtig ist die Eckfassade mit Allegorien der Völker Österreichs von Hanns Gasser über dem Eingang zum Café Central, in dem Literaten wie Peter Altenberg, Franz Werfel und Karl Kraus mit Exilanten wie Leo Trotzki debattierten.

Während das Café florierte, zog die Börse bald in ein eigenes Gebäude; der Bazar verlor seine Funktion. Ab 1914 machte das benachbarte Herrenhof dem Café Central Konkurrenz, die leerstehende Passage nahm die Banknoten­druckerei auf. 1925 bezog die Nationalbank einen Neubau. Nach 1945 verfiel der kriegsbeschädigte Ferstel-Bau, der Bör­sensaal diente als Basketballhalle, das Café schloss 1947. Der Abriss war be­reits geplant, als 1975 die Restau­-rierung begonnen wurde. Heute wird die Passage großteils für Gastronomie genutzt.

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